Nervensystem


Nervensystem

Wie beim Blutdruck, entfaltet das Whirlpoolbad auch am Nervensystem eine gewisse Zwitterwirkung, abhängig von der Dosierung der Sprudelstärke und Sprudelzeit. Das berühmte „Arndt-Schulz-Gesetz“ besagt etwas vereinfacht, dass kleine Reize anregen und große Reize hemmen. Auf das Whirlpoolbad bezogen: Bei kurzer Dauer, etwa bis 10 Minuten, und nicht allzu kräftiger Sprudelung steigert es die Aktivität, bei längerer Sprudelzeit und voller Stärke ermüdet es angenehm. Die Temperatur spielt dabei eine wichtige Rolle; das kurze Erfrischungsbad sollte etwas kühler, das Beruhigungsbad dagegen relativ warm sein.
Alle lebenswichtigen Körperfunktionen werden vom Vegetativen Nervensystem gesteuert. Vor allem bei längerer Badedauer wird seine Reaktionslage zum Ruhenerv Vagus hin verschoben, es erfolgt eine allgemeine Dämpfung mit Förderung der regenerativen und aufbauenden Kräfte. In den ersten 8-10 Minuten des Whirlpoolbades überwiegt noch die Alarmreaktion auf den ungewohnten Reiz, die vom Sympathicus, dem Gegenspieler des Parasympathicus, vermittelt wird. Das erklärt die erfrischende Wirkung kürzerer Whirlpoolbäder, das Wecken der Lebensgeister.
Im allgemeinen werden kühlere, kürzere und kräftige Whirlpoolbäder morgens besser vertragen, wärmere und längere abends. Über die feinen Verästelungen des Vegetativen Nervensystems laufen auch die Befehle zur Veränderung von Blutdruck, Puls und Atmung. Es wurde die Theorie entwickelt, dass der Einfluss des Whirlpoolbades auf das Vegetativum durch den gebündelten Reiz-Einstrom von den Hauptrezeptoren ins Gehirn zustande kommen.
Um dies kurz zu erklären: Jeder Mensch braucht Berührungen um überleben zu können. Es wurde nachgewiesen, dass Kleinkinder bei richtiger Ernährung, jedoch ohne Berührung durch Menschen, entweder sterben oder verhaltensgestört werden. In einem Whirlpool befinden sich Tausende von elektrostatisch aufgeladenen Luftblasen, die an den Körperhaaren hängen bleiben. Jedes Mal, wenn eine Luftblase sich losreißt, wird ein Körperhaar bewegt. Dieser Reiz wird zum Gehirn geleitet, welches seinerseits nun den Körper veranlasst, Endorphine (=Glückshormone; Quelle: Bild der Frau :-) ) auszuschütten. Aus diesem Grund wird sich Ihre Stimmung aufhellen und Depressionen werden schwerer aufrecht zu erhalten sein.

Schmerzempfindung
Die Wahrnehmung des Sprudelreizes bleibt natürlich nicht ohne Rückwirkung auf die Psyche. So wie Schmerzen übertönt werden, durchbricht das Whirlpoolbad auch oftmals eine gedrückte Stimmung, lenkt ab von Sorgen und erschwert das Grübeln. Ein depressiv Kranker erlebt seine Körperwahrnehmung wieder direkt und unmittelbar; er wird zwangsweise in die Welt einer positiven Körperlichkeit zurückgeführt. Die harmonisierende Wirkung des Whirlpoolbades ist eine Erfahrung, von der jeder, der es öfters anwendet, berichten kann.

Stress
Auch die alltägliche Belastung mit ständigen Überforderungen kann schlimm genug sein. Im Whirlpoolbad gelingt bei regelmäßiger Anwendung ein echtes Abschalten, ein Abstreifen der negativen Stressfolgen.

Schlafförderung
Ein freier Kopf ist Voraussetzung für gesunden, erholsamen Schlaf. Deshalb wird das Whirlpoolbad als natürliche Regulationstherapie empfohlen bei: Schlaflosigkeit, chronischer Müdigkeit und allgemeiner Erschöpfung, aber auch bei Neurasthenie (Nervenschwäche) und vegetativen Neurosen. Die dämpfende Wirkung längerer und wärmerer Whirlpoolbäder kann man ausnutzen bei Erregungszuständen und kommt dadurch möglicherweise ganz ohne Tranquilizer (Beruhigungsmittel) mit ihren unerwünschten Nebenwirkungen aus.

Chronische Müdigkeit (Abends vor dem Schlafengehen)
Wassertemperatur: 38°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 10; Zeitdauer: 10 min.; Bäder pro Woche: 7
Erschöpfungssyndrom
Wassertemperatur: 36°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 7; Zeitdauer: 20 min.; Bäder pro Woche: 4
Besonderheit: Beste Verträglichkeit abends
Stressfolgen
Wassertemperatur: 37°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 8; Zeitdauer: 25 min.; Bäder pro Woche: 5
Erregungszustände
Wassertemperatur: 37°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 6; Zeitdauer: 30 min.; Bäder pro Woche: 3
Besonderheit: unbedingt Nachruhe von 30 Minuten einhalten
Neurosen, Depressionen
Wassertemperatur: 38°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 8; Zeitdauer: 25 min.; Bäder pro Woche: 5
Besonderheit: Abends
Migräne
Wassertemperatur: 32°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 6; Zeitdauer: 10 min.; Bäder pro Woche: nach Bedarf
Besonderheit: Möglichst bei Beginn des Anfalls! Nachruhe von mindestens 30 min. unbedingt einhalten.
Nervenentzündungen
Wassertemperatur: 37°C; Sprudelstärke (Skala 1-10): ca. 6; Zeitdauer: 15 min.; Bäder pro Woche: 3
Besonderheit: Schmerzen genau beobachten, bei Unverträglichkeit Bad abbrechen.

aussenwhirlpool wann nutzen